Pressestimmen zu den Ausstellungen von Esther
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Meditative Werke als Schlusspunkt
Galerie Catrina in Oetwil am See lädt mit Esther Roth zur letzten
Ausstellung
Zum letzten Mal prääsentiert sich die Galerie von Jeannette
Catrina in Oetwil am See. Im Früühjahr wird diese Galerie in
gröösserem Rahmen in Stääfa neu erööffnet.
Die Gestalterin Esther Roth ist bereits zum vierten Mal in der Galerie
zu Gast. Sie zeigt einige grossformatige Arbeiten und eine Reihe kleine
als kontinuierlich aufgebaute Serie. Es sind spontane Eindrüücke
- von Tag zu Tag aufgezeichnet - von lichten Jahreszeiten und Impressionen
erzäählend. Was es in diesen von Farbe schwebenden Bildern zu
entdecken gibt, hat mit Urvertrauen und Ausgeglichenheit zu tun.
Seit bald 30 Jahren erarbeitet sich Esther Roth ihren abstrakten Stil,
der einerseits mit konkret-konstruierten Elementen frei spielt, sich aber
nie ins streng Geometrische einordnen läässt. Es werden Striche
gesetzt, Linien gezogen, Zeichen aus dem Augenblick festgehalten, Atemspuren
und Erinnerungsbruchstüücke gezeichnet, Farben wie ein Hauch
Natur gemalt. Freie gestische Malerei sei dieser einfachen Art vorausgegangen,
blickt die Malerin auf ihre Arbeiten zurüück. Als Vorbereitung
sozusagen. Jetzt heisse es füür sie: weglassen, einfach werden,
ausbreiten. ««Im Wenigen liegt der Reichtum.»»
Füür ««Mondtage»» setzte sie 28 Blattkonturen
auf Bläättchen, und diese flatterten Reihe um Reihe auf handgeschööpftes
Papier. Füür das ««Früühjahrslicht»»
bearbeitete sie Japanpapier mit Schwefelfarbe. Hellgelbe Bläättchen
wurden regelmäässig auf die grobe, bearbeitete Jute zum Grossformat
aufgeklebt, liessen sich aber trotz aller Sorgfalt nicht geometrisch genau
erfassen, wiegen sich in weichen Wellen, bewegen ein schimmerndes früühlingshaftes
Licht.
Grosszüügig fläächig zeigt sich der ««Vorfrüühling»»
auf Jute in Acrylfarbe. Feine Querstriche in grüünlichem und
gelbem Flimmern üüberziehen hier die nicht zu lebhafte Struktur.
««Ordnung»» auf einem Weiss wird geschaffen, wenn
die gezogenen Senkrechten mit hellblauen Querstrichen unterteilt werden.
Die Küünstlerin kriecht mit ihren Aufzeichnungen in Eishööhlen,
entdeckt Früühlingspfade, erahnt den Winternebel und geht den
feinen Spuren im Schnee nach. Helle, zarte Farben wechseln mit tüürkisen,
blääulichen, gelben. Die Querstreifung wird oft auch mit zusammengewirkten
Bäändern betont, erhäält mit wenigen Zeichen Gleichgewicht
und Ausgewogenheit. Einfach Gestricheltes, Linien und kleine Kreise bilden
in spielerischer Vielfalt Muster und Wege, geordnete Auszüüge
aus dem Leben, sparsam geformte Andeutungen von Lebensspuren bei Tag und
Nacht. Sequenzen in Grau, Gelbes, das füür sich spricht, ein
sanfter ««Aufstieg»» in hellem Tüürkis
und weissgetüünchter Zauber stimmen auch darauf ein, ruhig zu
werden, um im monotonen Traum die Vielfalt zu entdecken.
Susi Hofmann (im "Zürcher Oberländer" von Freitag,
31. Oktober 2003)
Die Ausstellung dauert bis 23. November, geööffnet Montag bis
Donnerstag von 8 bis 17 Uhr, Freitag bis 16 Uhr, Apééro
am Sonntag, 9. November, 11 bis 13 Uhr, Finissage am Sonntag, 23. November,
11 bis 13 Uhr.
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Leidenschaft mit Geist
verbunden
Eröffnungsausstellung «Flügelschlag» in der Agentur
für Kunst
Kunstagentinnen nennen sie sich, Diana Ammann und Lea Krausz. In
ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung zeigen sie Werke von Esther Roth
und Steff Lüthi.
Diana Ammann und Lea Krausz verbindet die Liebe zur Kunst Letztere
hat in geduldiger Arbeit den Durchbruch in der Bündner Kunstszene
geschafft. Vor sieben Jahren eröffnete sie in Jenins eine Galerie
für Wohnkunst, die sich mit der Zeit immer mehr in eine Kunstgalerie
verwandelte, wo vor allem zeitgenössische Malerei und Skulpturen
zu sehen waren. Ihr neues Projekt heisst «arte-unterwegs»
und hat zum Ziel, Kunst an die Öffentlichkeit zu tragen, Kontakte
herzustellen und zwischen Kunstschaffenden und Kunstinteressierten zu
vermitteln.
Geschäftsstelle für Künstler
Mit dem gleichem Vorsatz hat Diana Ammann im April ihre «Agentur
für Kunst» an der Felsenstrasse in St. Gallen eröffnet:
«Sie dient ausgewählten Schweizer Künstlerinnen und Künstlern
als Geschäftsstelle und übernimmt Organisation und Gestaltung
von Ausstellungen sowie die Kunstberatung für Institutionen und
Unternehmen», erklärt die Agentin. Ein wichtiger Bestandteil
ihrer Arbeit sei aber auch die Kunstvermittlung zwischen Kunstschaffenden
und Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Industrie.
Synergien nutzen
So wie sie zusammen mit Francesco Bonanno jüngst die Gruppenausstellung
«5x15» im Salzmann Keller realisierte, fand sie in Lea Krausz
nun eine kongeniale Partnerin für eine andere Teamarbeit «Wir
können unsere Eigenständigkeit bewahren und gleichzeitig Synergien
nutzen. Das Ziel ist, das Wissen und die Erfahrungen gemeinsam einzusetzen»,
erklären die beiden überaus beflügelt. Flügel gewachsen
sind auch den kleinformatigen Menschenfiguren des 1955 in Romanshorn
geborenen Bildhauers Steff Lüthi. «Schon als Kind habe ich
mir oft Engel vorgestellt, Schutzengel», sagt der Künstler.
«Es sind aber nicht nur Engel dabei, auch Taucher.»
Lüthi mag es symbolisch: Der kleine Denker - eine Anlehnung an
Rodin - die Engel und die sich förmlich ins Leben stürzenden
Menschen tummeln sich auf Bauten, die Assoziationen an den Babylonischen
Turm wecken.
Beherrschung und Ruhe
Bei der Malerei der Zürcherin Esther Roth reiht sich Strich an
Strich, Punkt an Punkt in sich tausendfach wiederholenden Bewegungen,
jedem Atemzug folgend. Die gestische Malerei, die ihre früheren
Werke geprägt hat, ist der Reduktion gewichen. Ihre grossformatigen
Gemälde strahlen Beherrschung und Ruhe aus, wie etwa das Bild «Hinter
dem Weiss» oder die Collagen «Über dem Schnee» und
«Schichtungen». -Ein verheissungsvoller Auftakt an der Felsenstrasse.
Bis 25. November, Felsenstr. 34a, St. Gallen (geöffnet nach Vereinbarung
079/2293405)
DANIELA S.HERMAN im St. Galler Tagblatt/ Appenzeller Zeitung
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Einführungsreferat von Dr. Iris Brunner
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Hellwach Tages-Anzeiger
Freitag, 1. September 2000
Die Malerei der Zürcher Künstlerin Esther Roth hat sich
von der lauten Gestik auf leise Linien zurückgezogen.
Ihre Linien könnten um den ganzen Globus gehen, stellt Esther
Roth sich vor. «Ich halte sie fest auf eineinhalb Metern.»
Die neuen grossen Leinwandquadrate und die kleinformatigen Papierarbeiten
der 1943 geborenen Malerin zeigen Ausschnitte aus einer Welt, die von
Ordnung und Wiederholung lebt.
Einen Atemzug lang zieht der Pinsel seine breite eisblaue Spur waagrecht
über den weinroten Grund. Nochmals und nochmals tut er das Gleiche
- mit den feinen Nuancen, die aus dem Rhythmus jeder Bewegung entstehen.
Esther Roth vollzieht das, was den Alltag ausmacht, die unspektakuläre
Aneinanderreihung gleicher Abläufe. Oft kratzt sie die Linien aus
der frischen Ölfarbe, so dass die Kerben das Bild schillern lassen.
Manchmal sind die Linien kurze Impulse, gestrichelt, zu Gruppen gebündelt,
lange Reihen einer bildfüllenden Statistik. «Die guten Tage»
heisst ein Werk.
Kleine Unregelmässigkeiten, Unterbrüche, Verdichtungen, Verschiebungen
in den Streifenmustern, Fischgrat- und Zickzacklinien empfindet die
Künstlerin als «wohlig akzeptierte Zufalle» in einer
Arbeit, die nur aus hellwacher Konzentration entstehen kann. Verhaltene
Farben und immer mehr Weiss unterstreichen die meditativen Qualitäten
dieser Malerei. Bereits weit entfernt von spekulativer Bedeutungssuche,
ist sie daran, noch unmittelbarer, noch bedächtiger, noch einfacher
zu werden.
(bhs.)
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Der Reiz des Wiederholens
Zürichsee-Zeitung Rechtes Ufer, 5. September 2000
OetwiI am See: Esther Roth in der Galerie Jeannette Catrina
Auf den Bildern von Esther Roth reiht sich Strich an Strich. Unzählige
Male wiederholt die Künstlerin diesselbe Bewegung im Rhythmus des
Atems, die Gedanken beim Pinsel, ohne dass die Arbeit ihr verleidet.
In der wiederkehrenden Bewegung findet sie Ruhe, und diese Ruhe überträgt
sich auf den Betrachter.
Der Stil von Esther Roth hat sich in den Jahren, in denen sie sich
der Malerei widmete, kontinuierlich entwickelt. Seit 1977 stellt die
Künstlerin im In- und Ausland ihre abstrakt gemalten Werke aus.
In der Oetwiler Galerie von Jeannette Catrina präsentiert sie
bereits zum dritten Mal eine Anzahl grossformatiger sowie kleinerer
Bilder; die bestechend einfach und deutlich sind und eine Kunst vermitteln,
die keiner rationalen Erklärungen bedarf.
Nie die gleichen Striche
War Esther Roths Kunst früher «bunt, gestisch und lauter»,
so ist die Bewegung der Formen und Linien ruhiger geworden, die Farben
verhaltenen. Wie der Tag seine 24 Stunden hat, die sich wiederholen
und doch nie diesselben sind, sind auch die tausendfach wiederholten,
ähnlich aussehenden Striche nie die gleichen. Wie die Atemzüge
beim Menschen einmal tief dann oberflächig, belastend und dann
wieder befreiend sind, so verlaufen die zickzackigen «Atemzüge»
in einem Rhythmus, der jeglicher Starrheit entbehrt und voller Lebendigkeit
bleibt.
Esther Roth ertappt sich dabei, dass sie enttäuscht darüber
ist, wenn die zum Teil in Öl gekratzten Striche, eine Arbeit, die
sich über Stunden hinziehen kann, vollendet ist. Am liebsten würde
sie weiterfahren, da sie in der meditativen Bewegung ohne jegliche Mechanik,
dafür mit gedanklicher Präsenz verharrt und zu innerer Harmonie
findet. Ein Geisteszustand der Ruhe und Leere, den der Betrachter nachvollziehen
kann. Das geht nicht ohne Selbstdisziplin. «Kaum schweife ich mit
den Gedanken ab, und ich bin nicht mehr bei der Sache, lege ich den
Pinsel zur Seite», erzählte die Künstlerin anlässlich
des Sonntags-Apéro.
Experiment mit Weiss
Der von Vereinfachung und Regelmässigkeit geprägte Malstil
von Esther Roth findet seine entsprechende Manifestation im Lebensstil
dieser ruhigen Frau, die zwar voller Leidenschaft über ihre Schaffensweise
spricht, doch ist es eine in der Stille
wurzelnde Passion. Sie achtet darauf dass die Tage nicht «prallvoll»
sind, und legt Pausen ein. Sie entledigt sich überflüssiger
Gegenstände und geniesst die Nüchternheit eines leeren Raumes.
Und Esther Roth entdeckt die Farbe Weiss an den Wänden und auf
der Leinwand. «Mehr von nichts» heisst das grosse Ölbild
in der gegenwärtigen Ausstellung:
Auf der dezent hellblauen Grundierung hat sie dicke Pinselstriche mit
weisser Ölfarbe gezogen, sodass das Weiss vorherrscht, das Blau
nur durchschimmert. Der nächste Schritt, davon spricht die Künstlerin
vorerst nur: «Mit verschiedenen Weissnuancen ein Bild füllen,
ja, darauf freue ich mich.»
Maria Zachariadis
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Der Rückzug im Sinne der Einfachheit
Zürcher Oberländer/ Anzeiger von Uster Montag, 28. August
2000
Esther Roth stellt Bilder und Objekte in der Galerie Catrina in Oetwil
am See aus
Einige grossformatige, eine Anzahl kleine Bilder und ein paar Objekte
werden von der Zürcherin Esther Roth zur Saisoneröffnung in
der Galerie Jeannette Catrina ausgestellt Die Kunstschaffende zeigte
ihre Arbeiten bereits zum dritten Mal an diesem Ort
Erstmals war Esther Roth vor acht Jahren in Oetwil mit ihren Arbeiten
vertreten. Seit 1977 bereits reiht sich bei ihr Ausstellung an Ausstellung.
Und seit vier Jahren unterrichtet die freischaffende Künstlerin
neben ihrer eigenen Tätigkeit freie Malerei in Zürich. Ab
1976 ist sie Mitglied der Gesellschaft Schweizerischer Bildender Künstlerinnen
und schafft sich kontinuierlich in eine eigene, persönliche Ausdrucksweise
vor.
Wiederholende Bewegungen
«Alles wiederholt sich im Leben», sagt Esther Roth und bestätigt,
sie sei fasziniert von der Geometrie und von der Linie. «Die Linie,
die ich male, ist nur ein Ausschnitt einer endlosen Linie; die sich
um die ganze Erde zieht.» Über zwei Jahre schon beschäftigt
sich Esther Roth mit ihren Linienarbeiten, die gleichsam eine Reduktion
der Sinne in die Einfachheit bedeuten. Die sich wiederholenden Bewegungen
- in breiten Strichen oder haarfeinen Linien - strahlen Ruhe und Bedächtigkeit
aus, ohne an energiegeladenem Schwung zu leiden. Der fortlaufende Rhythmus
ist einfach, klar und doch wieder optisch überraschend. Stricheleinheiten
werden zu Bächen geflochten, Linien laufen auf sich selber zu,
Spuren im Schnee verharren in hellem Licht.
Auch wenn sich die wiederholenden Bewegungen ähneln: Esther Roth
findet mehr als dreissigmal Abweichungen. Feine rote Striche kratzt
sie in Öl auf die Leinwand. Sie treffen sich fast in der Mitte
und bilden das «Feuertor». Auch "Grün in Grün" wird
fein gestrichelt und in Gesten weit ausgeholt. Viermal gibt hier der
Treffpunkt Anlass, - das Bild in Schwung zu bringen. Breite Streifen
malt die Künstlerin «nochmals» in gedämpftem Rot
und hält sie auch in feinerem, dichterem Querstreifenmuster in
dunkelroten und grauen Tönen in der Balance.
Alltag in Strichaufzeichnungen
«Alltage» vermerkt sie mit unterschiedlichen Strichen wie
in kurzen Atemzügen, Strich für Strich nebeneinander, und
zeichnet sie zu langen Lebenslinien. «Kein Tag ist wie der andere
-und doch ähnelt jeder dem andern», kommentiert die Kunstschaffende
Esther Roth diesen ungewöhnlichen Alltagsbericht.
Spuren und Schattenspiele
Zauberhaft weiss die Künstlerin Spuren in Schnee zu malen und
weissen Zauber mit Längsstreifen und Ölfarbe sichtbar zu machen.
«Mehr von nichts» - das schimmert in weiss-gelbem Licht zu
hellblauer Farbe. Und weiter erfindet sie den Winternebel neu, graue
Sequenzen, Nebelschichten, Schattenspiele und Sommererinnerungen. Wenn
hier Geometrie Faszination bedeutet, so wird sie nicht starr in Form
gesetzt. Für die Malerin heisst es variieren, frei und ungebunden,
mit einem Flair für die Natürlichkeit - ohne dabei die Form
ganz aus den Augen zu verlieren. Als Ergänzung zeigt die Künstlerin
kleine Objekte aus Papier, Leinwand, mit Metall, Silberdraht und Blech.
Bücher der Geheimnisse und der Träume werden aufgeblättert
oder sind dick verschnürt.
Susi Hofmann
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| Aktuell ab: 5. Dez. 2000 |
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